Beziehung zu *apo `ab', ai. ápara- `hinterer, späterer' als Dehnstufenbildung wird von Specht Dekl. 23 angenommen.
References: WP. I 48. Page(s): 53Daneben kelt. -lat. ab-, s. u. ab-.
Zur Erklärung der b-Form geht Johansson IF. 4. 137 f. von dem durch ᾽Απιδών, ᾽Απιδανός sowie durch ai. ábda-ḥ m. `Wolke' und den mit āpaḥ paradigmatisch zusammengeschweißten Instr. Dat. Pl. ai. adbhiḥ, adbhyaḥ, vorausgesetzten St. *ap(ǝ)d- (vielleicht `Wasser gebend', mit zu dō- `geben' gehörigem 2. Gliede) aus: *abdō(n), Gen. *abdnés, woraus *abnés; aus den obl. Kasus entsprang lat. amnis, während im keltischen *abdō(n) : *abnés zu *abā (mir. ab), *abonā (daher mir. abann) ausgeglichen wurde.
References: WP. I 46 f. , WH. I 40, 846, Krahe Gl. 20, 188 ff. , Pokorny Urillyrier 110 ff. , 130 f. , Krahe Würzburg. Jahrb. 1, 86 ff. Page(s): 51 - 52Vielleicht hierher mir. ān `feurig, leuchtend, edel' (*ās-no-). Über gr. διψά̄ω, πεινά̄ω s. Schwyzer Gr. Gr. 1, 724.
Da das r in hett. a-a-ri (āri) `wird heiß' nicht zum Stamm gehört, ist lat. āreō nicht von āra zu trennen.
Formantische Erweiterungen:
azd- in gr. ἄζω (*az-d-i̯ō) `dörre, trockne', ἄζα f. `trockner Schmutz', ἀζαλέος `dürr, entflammend', ἄδδαυον ξηρόν. Λάκωνες Hes. (-δδ aus -zd-); čech. apoln. ozd `Malzdarre', čech. slov. ozditi `Malz dörren'.
azg- arm. ačiun `Asche' (Meillet Esquisse 29), gr. ἄσβολος (*ἄσγ-βολος) `Ruß' (`Aschen-wurf'), germ. *askōn in aisl. aska, ags. asce, æsce, ahd. asca, nhd. Asche.
azgh-? in arm. azazim `dörre' (Meillet Esquisse 33, EM. 70), got. azgo `Asche' (*azgōn). Über das schwierige Verhältnis von germ. *askōn : *az-gōn s. Feist 72b; wieder anders Specht Dekl. 201, 219. Auch ist die Beweiskraft der arm. Beispiele nicht ganz einwandfrei.
References: WH. I 61, 65, 848, Feist 72, Trautmann 22, Pedersen Hittitisch 27, 164. Page(s): 68 - 69arm. airem `verbrenne, zünde an' (auf Grund von *air aus *ātēr); serb. vȁtra `Feuer', klr. vátra `Feuer, Herd', poln. vatra `Strohasche' sind nach Jokl WZKM. 34, 37 ff. aus rum. vatră `Herd' entlehnt, dies wieder aus dem Alb. (geg. votrë, votër mitv-Vorschlag vor alb. ot- aus *āt-, viell. iran. Lw. ). Vielleicht als `verbrannt' auch lat. āter `schwarz, dunkel' = umbr. atru, adro `atra'; aber lat. Ātella = osk. Aderl[ā] (*Ātrolā, z. B. v. Planta I 551), lat. Ātrius = osk. Aadíriis (v. Planta II 768, Thurneysen 1А. 4, 38, Schulze Lat. Eig. 269, 578) sind etr. Herkunft verdächtig.
Möglich wäre Zugehörigkeit von ir. áith (Gen. átho) f. , cymr. odyn f. `Ofen', s. Fick II4 9.
References: WP. I 42, WH. I 75 f. , 849 f. Page(s): 69Ein ähnliches *ā̆to-s in germ. *aÞala, *ōÞela scheint auch die Grundlage von ahd. adal `Geschlecht', nhd. Adel, as. athali, ags. æđelu N. PL `edle Abkunft', aisl. ađal `Anlage, Geschlecht', Adj. ahd. edili, as. ethili, ags. aeđele `adelig, edel', dehnstufig ahd. uodal, as. ōthil, ags. ēđel, anord. ōđal `(väterliches) Erbgut' (vgl. auch ahd. fater-uodal, as. fader-ōđil `patrimonium'); hierher got. haimōÞli n. `Erbgut', vgl. mit derselben Vokallänge ahd. Uota (eigentlich `Urgroßmutter'), afries. ēdila `Urgroßvater'; toch. A ātäl `Mann'; hierher auch av. āʮwya- `Name des Vaters Θraētaona's' als `von adeliger Abkunft'?
Die Zugehörigkeit von gr. ἀταλός `jugendlich, kindlich', ἀτάλλω `ziehe auf, warte und pflege' und `springe munter wie ein Kind', red. ἀτιτάλλω `ziehe auf (Redupl. unter Einfluß von τιθήνη `Amme'?), wird von Leumann Gl. 15, 154 bestritten.
Ein auf den verschiedensten Sprachgebieten sich stets neu bildendes Lallwort (z. B. elam. atta, magy. atya `Vater', türk. ata, bask. aita ds. ). Ähnlich tata.
References: WP. I 44, WH. I 77, 850, Feist 62, 233, Trautmann 16. Page(s): 71balbal- (babal-, bambal-, woraus bam-b-, bal-b- u. dgl. ):
Ai. balbalā-karōti `stammelt'; bulg. blаbо́l'ъ, bъlból'ъ `schwatze', lit. balbãsyti `plappern', serbokr. blàbositi `stammeln', russ. bolobólitъ `schwatzen, faseln', čech. beblati `stammeln'; lat. babulus `Schwätzer'; nhd. babbeln, pappeln, engl. babble, norw. bable, schwed. babbla, aisl. babba `schwatzen';
lat. balbus `stammelnd, lallend', balbūtiō `stammle', ai. balbūthá-ḥ Name (eigentlich `Stammler'), čech. blb `Tölpel', blblati, bleptati `stammeln, stottern'; serb. blebètati, lit. blebénti `plappern'; gr. βαμβαλύζω (daraus lat. bambalō), βαμβακύζω `habe Zähneklappern', βαμβαίνω `stammle'.
Mit -r-: ai. barbara-ḥ `stammelnd', Pl. Bezeichnung nichtarischer Völker (sofern hier r auf idg. r und ai. l in balbalā auf idg. l zurückgeht), gr. βάρβαρος `nicht griechisch, vonunverstandlicher Sprache' (woraus lat. barbarus) `βαρβαρόφωνος `von unverständlicher Sprache' (kaum nach Weidner Gl. 4, 303 f. aus einem babylon. barbaru `Fremder'), serb. brboljiti, brbljati `plappern' (s. auch unter bher- `brummen'), lat. baburrus `stultus, ineptus', gr. βαβύρτας ὁ παράμωρος Hes. (über lat. burrae s. WH. I 124).
Hierher vielleicht auch ai. bāla-ḥ `jung, kindlich, einfältig', möglicherweise auch die slav. Sippe von russ. balákatь `schwätzen', balamútь `Schwätzer, Kopfverdreher'. -Unredupl. vermutlich auch gr. βάζω `rede, schwatze', βάξις `Rede', βάσκειν λέγειν, κακολογεῖν Hes. ;
aber gr. βάσκανος `beschreiend, behexend; Übles nachredend, verleumderisch; neidisch', βασκαίνω `behexe, beneide' sind als Zauberwort durch Entlehnung aus einer nördl. Sprache, etwa Thrak. oder Illyrisch, von einem zu bhā- `sprechen' gehörigen Präsens *bha-skō `spreche, bespreche' (φάσκω; dies auch in Hesychs βάσκω?) ausgegangen (Kretschmer Einl. 248 f. ); lat. fascinum `Beschreiung, Behexung: das männliche Glied, zunächst als Mittel gegen Behexung', fascināre `bezaubern, verhexen' sind aus dem Griech. entlehnt und nur im f- volksetymologisch an fārī usw. angeglichen.
Nach Specht Dekl. 133 hierher lat. osk. bl-ae-sus `lispelnd, lallend'; anders WH. I 107 f.
References: WP. II 105 f. , WH. I 90, 94, Trautmann 24 f. Page(s): 91 - 92Gr. βάκτρον, βακτηρία, βακτήριον `Stock, Stab', βάκται ἰσχυροί Hes. (Gegensatz von imbēcillus), wohl auch βακόν πεσόν Hes.
Gr. βάκλα τύμπανα (d. i. `Prügelstock') Hes. , sonst `Keule, Knüttel, Stock', ist wohl aus dem Lat. entlehnt.
Mengl. pegge, engl. peg `Pinne, Pflock', nhd. pegel `Pfahl'; aber mnd. pegel `Zeichen an einem Gefäß für Flüssigkeiten (aus einem Ring oder kleinen Zapfen bestehend)', ags. pægel m. `Weinkanne', engl. pail `Eimer' aus mlat. pagella `Spalte, Maßstab'.
Lit. bàkstelėti `stoßen, puffen', lett. baksti^t `stochern' (oder zum Schallwort lit. bàkst?).
Dagegen air. bacc (nir. bac) `Haken, Krummstab', cymr. bach `Ecke, Haken', bret. bac'h `Hacke, Stab' (aus `Griff, Krücke des Stockes'), sind im Inselkeltischen oder schon im Lateinerfolgte Rückbildungen aus baculum.
References: WP. II 104 f. , WH. I 92. Page(s): 93
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